EMDR

Was steht hinter EMDR?
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen).
Es ist ein Verfahren, das dabei helfen kann, belastende Erinnerungen zu verarbeiten, ohne sie noch einmal vollständig durchleben zu müssen.
Nach einem Trauma ist die Erinnerung oft nicht richtig verarbeitet – sie bleibt im Gehirn „eingefroren“ mit all den Gefühlen, Bildern und Körperempfindungen.
EMDR hilft, diese Erinnerung neu zu verarbeiten, damit sie ihren emotionalen Schrecken verliert.
Wie funktioniert EMDR?
Während die betroffene Person an das belastende Ereignis/ Situation denkt, führe ich mit der Hand rechts-links Bewegungen aus. Alternativ kann die bilaterale Stimulation auch durch Klopfreize (Tapping) oder Töne im Wechsel angepasst werden.
Diese beidseitige Stimulation (links–rechts) aktiviert die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften – ähnlich wie im REM-Schlaf, wo das Gehirn Erlebnisse verarbeitet.
Dadurch wird die Erinnerung “entgiftet”: Sie bleibt da, aber sie verliert ihre emotionale Wucht.
Typischer Ablauf einer EMDR-Sitzung
- Stabilisierung: Zuerst werden Entspannungsübungen und Sicherheitssymbole erlernt, um sich jederzeit beruhigen und stabilisieren zu können.
- Auswahl der Erinnerung: Eine bestimmte belastende Szene oder das Gefühl wird gewählt.
- Stimulation (z. B. Augenbewegungen; Tapping, Töne): Während Sie an das Ereignis denken, führe ich die links–rechts-Stimulation durch.
- Verarbeitung: Das Gehirn beginnt, die Erinnerung neu einzuordnen und zu „entladen“.
- Einbau positiver Gedanken: Zum Schluss wird ein positiver Glaubenssatz gefestigt (z. B. „Ich bin sicher.“, „Ich bin stark.“).
Ziel des Therapieansatzes ist nicht, dass das Trauma vollständig „gelöscht“ wird, aber:
- Es löst keine Panik oder starke Emotionen mehr aus.
- Die Erinnerung erfolgt ruhiger und es fühlt sich gelöst an: „Das war schlimm – aber es ist vorbei.“
- Selbstvertrauen und Lebensfreude kehren zurück.
EMDR-Coaching
Wird vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung, Stressbewältigung und Leistungssteigerung eingesetzt.
EMDR-Coaching hilft, mentale Blockaden zu lösen und Selbstvertrauen zu stärken.
Beim EMDR-Coaching werden die gleichen Grundprinzipien wie in der EMDR-Therapie genutzt – also die bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, Klopfen oder Töne), um belastende Gedanken, Stress oder innere Blockaden zu lösen.
Im Unterschied zur EMDR-Therapie geht es aber nicht um schwere Traumata, sondern um alltägliche emotionale Belastungen oder Leistungsblockaden.
Anwendungsbereiche:
- Lampenfieber, Prüfungs- oder Auftrittsangst
- negative Glaubenssätze („Ich bin nicht gut genug“)
- Stress, Überforderung, innere Unruhe
- emotionale Blockaden nach Konflikten oder Rückschlägen
- Selbstvertrauen stärken, Klarheit gewinnen und mentale Stärke aufbauen
- Auflösen von Blockaden
- mentale Vorbereitung auf Ziele (z. B. Prüfungen, Präsentationen, Sportwettkämpfe)
