Trauma

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma entsteht durch ein Ereignis, das die Sicherheit, Kontrolle oder das Vertrauen eines Menschen erschüttert.
Beispiele:

  • Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung
  • Unfälle oder Naturkatastrophen
  • Tod oder schwere Krankheit einer nahestehenden Person
  • Krieg oder Flucht
  • Trennung, Mobbing oder starke Demütigung (v. a. bei Kindern)

Das Gehirn wird überfordert – Gefühle wie Angst, Ohnmacht oder Schmerz können nicht normal verarbeitet werden. Dadurch bleibt die Erinnerung oft “eingefroren” im Körper und kann später Stress, Angst, Albträume oder Panik auslösen.

Typische Folgen eines Traumas 

  • Angstzustände, Panikattacken
  • Schlafstörungen, Albträume
  • Flashbacks (wiederkehrende Erinnerungen)
  • Reizbarkeit, Rückzug oder Gefühllosigkeit
  • Konzentrationsprobleme, Misstrauen
  • Schuld- oder Schamgefühle
  • Bindungsprobleme

Traumasensible Begleitung 

Eine traumasensible Begleitung hilft, das Erlebte sicher und behutsam zu verarbeiten durch:

  • Stabilisierungsübungen (Sicherheit und Kontrolle wiederherstellen)
  • Körperarbeit, Atemübungen, EMDR, kreative Methoden
  • Gespräche und behutsame Erinnerung an das Erlebte


Das Ziel ist, dass die betroffene Person lernt:

  • das Erlebte einzuordnen,
  • sich wieder sicher zu fühlen,
  • das Vertrauen ins Leben zurückzugewinnen
  • Methoden und Techniken zu erlernen um Stabil zu bleiben.

Trauma bei Kinder & Jugendlichen

Traumatische Erlebnisse können bei Kindern und Jugendlichen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen tief erschüttern.
In der traumasensiblen Begleitung geht es darum, Stabilität, Orientierung und Selbstwirksamkeit wieder aufzubauen.
Ein behutsamer, ressourcenorientierter Ansatz ermöglicht, dass das Erlebte schrittweise verstanden und integriert werden kann – in einem sicheren und wertschätzenden Rahmen.

Kinder zeigen Traumafolgen oft anders als Erwachsene, z. B. durch:

  • starkes Weinen oder Schweigen
  • Rückfall in frühere Verhaltensweisen (z. B. Bettnässen)
  • Schulprobleme, Albträume, Wutausbrüche
  • extreme Anhänglichkeit oder Rückzug

Ich betrachte als  systemische Therapeutin ein Trauma nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Umfeld des jungen Menschen – also Familie, Schule, Freunde und Lebenssituation.

Ich gehe davon aus, dass Genesung nur möglich ist, wenn der junge Mensch und sein Umfeld gemeinsam wieder Sicherheit und Vertrauen aufbauen.

Beispielhafter Ablauf einer Traumabegleitung in der Praxis Offenherzig


01

Aufbau von Sicherheit und Vertrauen (Stabilisierung)

Bevor über das Trauma gesprochen wird, schaffe ich eine stabile und sichere Atmosphäre:

  • Jede(r) darf selbst bestimmen, worüber sie/er reden möchte.
  • Es wird niemals gedrängt, über das Erlebte zu sprechen.
  • Stärkung des Gefühls: „Hier bin ich sicher. Hier darf ich alles fühlen.“
  • Einübung von  Beruhigungs- und Atemtechniken, Körperwahrnehmung oder Techniken, um Stress abzubauen.


02

Das Umfeld verstehen („systemisch denken“)

Ich stabilisiere das ganze (Familien)System und behandle nicht nur die betroffne Person.

Einbezug von Angehörigen und ggf. anderen Bezugspersonen:

  • Wie reagieren Eltern auf das Verhalten des Kindes?
  • Was braucht die Familie, um sicherer zu werden?
  • Was benötigt meine Lebenspartnerin um gut für sich und für mich da sein zu können?


03

Ausdruck ohne Worte ermöglichen

Der (junge) Mensch gewinnt Kontrolle und kann Gefühle ausdrücken, ohne überfordert zu werden. Viele Menschen können über ihr Trauma nicht sprechen. Deshalb nutze ich kreative und spielerische Wege:

  • Malen, Spielen, Figuren oder Geschichten – um Gefühle sichtbar zu machen
  • Symbolarbeit (z. B. das Trauma als „Monster“ oder „Schatten“)
  • Ressourcenarbeit: der Mensch erinnert sich an Momente, in denen er stark war


04

Bedeutung verändern

Der (junge) Mensch erkennt, dass er nicht schuld ist und dass er es „überlebt“ hat, also stark ist.

Wenn die Person bereit ist, wird das Erlebte vorsichtig besprochen – aber nicht, um Details „nochmal zu erleben“, sondern um die Bedeutung zu verändern.


05

Eltern- und Familienarbeit

Ich begleite auch die Eltern:

  • Ich erkläre, wie Trauma sich auf Verhalten auswirkt
  • Ich zeige Wege, wie Eltern beruhigend, unterstützend und geduldig reagieren können
  • Ich unterstütze dabei offene Kommunikation und Verständnis in der Familie zu fördern

Der (junge) Mensch kann sich so von allen verstanden und nicht allein gelassen fühlen.


06

Langfristige Stärkung (Ressourcenarbeit)

Abschließend arbeite ich mit dem betroffenen Menschen an der Wiederentdeckung der Stärken:

  • Selbstwert aufbauen
  • Erfolge feiern
  • Zukunftsziele entwickeln
  • Selbstfürsorge und innere Sicherheit trainieren

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